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Seidenstraße verstehenSympathieMagazin
Seidenstraße verstehen

Das SympathieMagazin »Seidenstraße verstehen« widmet sich dem Kernstück der historischen Großen Seidenstraße. Ein Gebiet, das heute von den drei kontinentalen Ländern Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan eingenommen wird, mit legendären Städten wie Buchara, Samarkand und Chiwa, den mächtigen Gebirgsmassiven des Pamir und Tienschan, den Wüsten Karakum und Kyzylkum.

 

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Auf der politischen Weltkarte sind die drei Länder relativ neu; ihre Entwicklung verläuft alles andere als geradlinig. Nationale Selbstfindung in multiethnischen Gesellschaften, alte Clans und neue Eliten, eine schwierige wirtschaftliche und soziale Lage nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, Bevölkerungswachstum und Arbeitslosigkeit – im Spannungsfeld dieser Erscheinungen leben die Menschen der Region.

Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan

In der europäischen Berichterstattung wird die geschichtsträchtige Region jedoch kaum erwähnt. Dabei gibt es viel zu erzählen über ein Gebiet, das doppelt so groß ist wie Deutschland, in dem aber nur etwas mehr als halb so viele Menschen leben. Menschen, die über 100 Ethnien angehören, unterschiedlichen Konfessionen, die Dutzende verschiedener Sprachen sprechen.

Magazin-Redakteurin und Kennerin der Region Dagmar Schreiber beobachtet spannende Veränderungen in der Mitte Asiens: »Usbekistan zum Beispiel erwacht aus dem Dornröschenschlaf. In Taschkent vor der Oper wimmelt es von abendlichen Spaziergängern, die Kids kurven auf ihren Skateboards umher. Ihre Welt ist gerade im Begriff, größer zu werden und ihnen künftig mehr Möglichkeiten zu bieten.«
Die heutige Situation zwischen sowjetischem Erbe, Alltagssorgen und Hoffnung auf eine bessere Zukunft schildern einheimische Gesprächspartner, Autorinnen und Autoren im Magazin. Sie laden uns ein, ihre Länder zu besuchen, in denen traditionell eine aufrichtige Gastfreundschaft gelebt wird. Mit etwas Glück bekommt man sogar die Gelegenheit, einen Blick in das heimelige Innere einer Jurte zu werfen.
In den Textbeiträgen wird auch das Gemeinsame der drei zentralasiatischen Länder hervorgehoben, das aus der Geschichte und der Transitlage zwischen Ost und West resultiert. Über das Geflecht der Seidenstraßen wurden fast 2000 Jahre lang Waren, Ideen und Weltanschauungen ausgetauscht. Im »Great Game« an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert haben die Großmächte Russland und Großbritannien hier einen Status quo geschaffen, der bis heute anhält und die Region beeinflusst. Sie zogen, mitten durch besiedeltes Stammesgebiet, eine Trennlinie zwischen ihren Imperien und Einfluss-Sphären. In der Folge dessen entwickelten sich die Gebiete diesseits und jenseits der Linie nach diametral entgegengesetzten Mustern. Die im neuen SympathieMagazin vorgestellten Länder wurden dem Zarenreich einverleibt und wenig später dem sowjetischen Vielvölkerstaat, dessen Prägung noch heute zu spüren ist.
Im Mai 2017 hat China mit der Verkündung seiner großangelegten Seidenstraßeninitiative neue Perspektiven aufgezeigt. Mit gigantischen chinesischen Investitionen werden auch in Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan neue Fakten geschaffen werden, deren Wirkung weit über Zentralasien hinausreichen wird.

Text: Dagmar Schreiber, Redakteurin des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung



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