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SympathieMagazin Spanien verstehenSympathieMagazin
Spanien verstehen

Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung hat mit »Spanien verstehen« ein neues SympathieMagazin herausgegeben. Die Neuauflage des zuletzt 2009 aktualisierten Magazins reflektiert unter anderem die teilweise dramatischen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen, die das Land seither durchlebt hat.

 
 

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Das neue SympathieMagazin »Spanien verstehen« erklärt, warum Spanien trotz Wirtschaftskrise eines der perspektivreichsten Länder in Europa bleibt Als Redakteur zeichnet der Journalist und Fotograf Fabian von Poser für das SympathieMagazin »Spanien verstehen« verantwortlich.

Spanien zeigt sich von der Krise scheinbar völlig unbeeindruckt

Kaum ein Land in Europa erlebte in den 1980er- und 1990er-Jahren ein solches Wachstum wie Spanien. Innerhalb von nur wenig mehr als zwei Jahrzehnen entwickelte sich das Land vom rückständigen Bauernstaat unter Diktator Franco zum modernen Industrieland. Banken- und Baugewerbe boomten, die Tourismuswirtschaft vermeldete jährlich neue Rekorde und Spanien rückte in das Herz Europas.

Die Wirtschaftskrise traf das Land umso härter. Als 2008 die durch eine freizügige Finanzpolitik der Regierung und »faule« Kredite bei den Banken aufgebaute Immobilienblase platzte, gerieten nicht nur diese Banken ins Trudeln. Der Zusammenbruch des Finanzsystems hatte auch die Verarmung zahlreicher Familien zur Folge, die urplötzlich ihre Hypotheken und Kredite nicht mehr abzahlen konnten. Tausende verloren ihre Arbeit, besonders die Jugend leidet bis heute unter der Krise. Zwar befindet sich Spaniens Wirtschaft langsam auf dem Weg der Erholung, doch die politischen und sozialen Umwälzungen sind gewaltig.

Die spanischen und deutschen Autorinnen und Autoren des SympathieMagazins »Spanien verstehen« zeigen die Probleme auf, mit denen das Land aktuell zu kämpfen hat. Sie erklären, warum sich das Zweiparteiensystem, in dem jahrzehntelang Klüngel und Korruption herrschten, quasi über Nacht auflöste und mit der linken Bürgerbewegung Podemos und der Mitte-Rechtspartei Ciudadanos zwei völlig neue Kräfte in der politischen Landschaft auftauchten. Sie beschreiben, warum sich immer wieder größere Gräben zwischen Madrid und der Regionalregierung in Barcelona auftun, und sich die Katalanen von Spanien abspalten wollen. Und sie beleuchten aktuelle Probleme wie die Wasserarmut im Süden des Landes und warum immer mehr junge, qualifizierte Spanier ins Ausland abwandern.

Gleichzeitig zeigen sie positive Entwicklungen auf wie die Wiedererstarkung der Monarchie unter dem 2014 inthronisierten König Felipe VI. und erörtern, wie eine erfolgreiche Zukunft Spaniens aussehen könnte. Der spanische Kulturanthropologe Javier G. Vilaltella ist überzeugt, dass sein Land großes wirtschaftliches Potenzial besitzt, zum Beispiel in den Bereichen Industrie, erneuerbare Energien, Medizintechnik und Telekommunikation. Zwar fehle der Regierung Madrid derzeit noch ein klarer Plan, der Spaniens Wirtschaft nachhaltig wieder auf die Beine helfen kann. »Denn solche Weichenstellungen dauerten Jahre, bis sie Früchte tragen«, sagt Vilaltella. »Aber ich habe Hoffnung«.

Von der Krise scheinbar völlig unbeeindruckt zeigt sich der Tourismus im Land. Im Gegenteil: Weil Reiseziele im südlichen und östlichen Mittelmeerraum aufgrund dort stattfindender Umbrüche und wegen fragiler Sicherheitslagen wegbrechen, profitieren Hotels und andere touristische Akteure in Spanien. Das Land gehört weiter zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen in Europa.

Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung beschäftigt sich mit entwicklungsbezogener Informations-und Bildungsarbeit im Tourismus, In diesem Zusammenhang gibt er Publikationen heraus, führt internationale Wettbewerbe durch, veranstaltet Aus- und Fortbildungsseminare für im Tourismus Beschäftigte, ist in den Bereichen Tourismusforschung und -beratung tätig und beteiligt sich am Dialog über Fragen touristischer Entwicklung.

Text: Fabian von Poser



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