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Detlef Steves - Ich scheiss auf WinkelDetlef Steves
Ich scheiß auf Winkel

KEN. Detlef Steves scheißt auf Winkel. Der Fernsehsender VOX begleitet den Reality-Show-Star als Big Brother schon eine ganze Weile durch das Leben. Das ist seine Entscheidung und die von jedem, der private Sender guckt. Sympathisch wurde mir Detlef Steves erst durch die autobiografischen Anmerkungen in diesem Band.

 
 

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Eigentlich hat er ein sehr sanftes Gemüt, spricht freundlich, zugänglich und könnte in eine Kindersendung passen. Aber Detlef Steves kann auch anders. In einem Zelt zu bibbern, wo er lieber bei seiner Frau daheim sein würde, nur weil das Serienkonzept es gerade verlangt, lässt ihm die Haare zu Berge stehen – so er denn noch welche hätte. Mit 26 war er zuletzt beim Friseur, schreibt er. Die roten Knöpfe hat er woanders als auf dem breiten Scheitel. Wer jedoch darauf drückt, geht besser rechtzeitig in Deckung. Mit Detlef Steves auf 180 ist schlecht Kirschen essen. Oder Pizza, womit fast alles begann.

Eine andere Art, sein Dasein zu genießen

Detlef Steves ist seit 2009 ein VOX-Star. Seine Zuschauer kennen ihn als Kleingärtner aus »Ab ins Beet«, als wütenden Hobby-Handwerker aus »Ab in die Ruine«, als werdenden und vergehenden Gastronomen aus »Die Superchefs«. In »Detlef muss reisen« platzte ihm immer wieder der Kragen. Und berühmt berüchtigt genug durch all die seifigen Dokus kam er mit zwei linken Füßen sogar in »Let's Dance« ziemlich weit.

Warum macht jemand so was? Was bewegt einen überzeugten Kleinstädter aus Moers im Westen des Ruhrgebiets vor die Kamera und raus in die Welt, wo diese Welt doch längst in seiner Pizzeria »Ici Paris« und deren Nachfolger zu Gast war?

Detlef Steves berichtet von den Anfängen als Unternehmer, dem das Wasser oft genug bis zum Hals stand: »Ich möchte unbeschwert mein Dasein genießen, das ist alles. Aber ich möchte in meinem Leben auch etwas bewirken. Ich möchte Leute berühren und auf meine Weise glücklich machen, das fände ich toll.« – Zum Bekenntnis des Detlef Steves gehört, dass er gleichwohl von seinen Grenzen weiß und sich auf keinen Fall verbiegen mag. Dass ein Kamerateam meistens dabei ist, stört ihn längst nicht mehr. Weder als Handwerker, Koch, Reisender oder später als Tänzer.

Detlef Steves setzt sich immer wieder neuen Erfahrungen aus, ist dadurch bekannt wie Detlef Steves eben. Und dass er öffentlich seziert wird, ist ein Preis, mit dem er ganz gut umgehen kann. Sein Buch »Ich scheiß auf Winkel« findet ohne Kamera statt, auch wenn es natürlich vor allem um jemanden geht, der ein recht »normales« Leben vor der Linse verbringt. Dabei will er gar nicht »mit Abenteuern gefüttert« werden, ist froh, dass das Fernsehen am Ende Dank der begrenzten Sendezeit »nur die Kurzfassung« von ihm bringt. Im Buch berichtet er auch von Positionen, die weniger tauglich fürs Fernsehen wären, ist dabei ganz der Kerl, von dem wir erwarten, dass er auch einmal zulangt. Frauen sollen gleiche Rechte und Bezahlungen haben wie Männer, dennoch gibt es Berufe für ihn, für die Männer sich besser eignen:

»Wenn mich zwei Polizistinnen verhaften wollen, müssen sie mich doch vorher erschießen«, sagt der 113 Kilo schwere Detlef Steves, »wie wollen die mich denn bändigen?« Dass es unter seiner manchmal dünnen Haut nicht nur fettig wabbelt, nimmt man ihm auch dann noch ab, wenn er sich als reisender Detlef vor krabbelndem und zappelndem Gewürm ekelt. Oder wenn er sehr berührend darüber spricht, dass er seinen letzten Auftritt bei »Let’s dance« doch nicht mehr seinem Vater widmen konnte, der kurz zuvor starb.

Detlef Steves Positionen zum Leben an sich und dem Fernsehen im Besonderen lesen sich immer wieder erfrischend. Er war der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er weiß als Mensch wie du und ich, nur eben aus Moers, wie es ist, ums Überleben zu kämpfen. Und er kennt die andere Seite der Öffentlichkeit, die ehemaligen Freunde und Nachbarn, die sich entfremdet fühlen von ihrem Detlef, der ihnen manchmal schon zu oft im Wohnzimmer entgegenflimmert.

Ich habe mich vorher gefragt, warum braucht die Welt ein derart veröffentlichtes Leben? Und die Antwort ist eigentlich egal. Es gibt einen Bedarf an Orientierung, und Detlef Steves kann für so manchen ein Modell sein – für andere ist er es nicht. Auf dem Cover zu seinem Buch wirkt er wie ein Verkäufer aus dem Baumarkt, dem gerade der Hammer auf den großen Zeh gekracht ist. Drinnen im Buch lernen wir Detlef Steves dann auch mit leisen Tönen kennen, zu denen er durchaus fähig ist. Die Mischung braucht es vermutlich, wenn jemand trotz des Fernsehteams um ihn herum und als HB-Männchen mit Kurs nach oben dann doch mit beiden Beinen auf der Erde bleiben möchte.

»Ich scheiß auf Winkel« ist ein bisschen Doku-Soap-Geschichte und viel Detlef Steves, wie ihn VOX vermutlich schlecht dokumentiert bekommt. Eine gute Ergänzung für die Fans der sonstigen Kurzfassungen des Fernsehstars.



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