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Silke Naun-Bates - Mein Weg in die Freiheit Silke Naun-Bates
Mein Weg in die Freiheit

KEN. Selbst wenn ich zwei wichtige Faktoren in ihrem Leben hinzufüge, beide mit Schuhen dran, ist Silke Naun-Bates eine interessante Persönlichkeit. So wie viele, die literarische Spuren hinterlassen wollen, träumt sie von einem Buch über sich selbst. Das wurde als Teil von »Mein Weg in die Freiheit« hiermit wahr.

 
 

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Silke Naun-Bates ist sowas von normal! Als Kind liebt sie Tiere wie ihren Hund, später steht sie auf Jungs, dann auf Männer. Sie bekommt Kinder, die längst erwachsen sind und irgendwelchen Berufen nachgehen. Leider – und das darf nie normal sein! – wurde sie auch von ihren Partnern verprügelt. Sie trennte sich, fand neue und ist nach aktuellem Stand glücklich in der Zweisamkeit.

Glücklich sein ist eine Wahl

Rund um sie herum versterben Freundinnen, nähere und fernere Angehörige, was zu einer berechtigten Trauer führt. Für diese Schicksalsschläge kann sie nix. Beruflich rappelt sich Silke Naun-Bates auf und steht als Frau ihren Mann, als Beraterin, als vom Leben geprüfte und für fähig befundene Rednerin, als Trainerin und Coach.

Irgendwie könnte sie ganz bequem eine von den Tausenden sein, die sich da draußen trainer- und coachmäßig als Standard gegenseitig aufrechnen. Silke Naun-Bates unterscheidet sich von dem Durchschnitt in der Vorbildszene durch das offensichtliche »Trotzdem«.

Es gibt sie, obwohl ihr niemand jemals Karriere, Partnerschaft und medizinisch gesehen erst recht keine Kinder zugetraut hätte. Selbst die Tante nicht, die dem süßen Fratz nachsagte, er fiele ständig über seine eigenen Beine, als hätten die ein Eigenleben. Tatsächlich trennen sich Silke Naun-Bates und ihre Beine eines tragischen Tags beim Gassi gehen mit dem Hund an einem Bahngleis.

Als sie Ewigkeiten später in einem Krankenhaus aufwacht, ist der Hund, dem ihr erster Gedanke gilt, tot. Und ihre Beine sind irgendwo, abgerissen von ihrem jungen Körper, nachdem Silke auf dem Beingleis stolperte und alles andere im Blick hatte als den heranrasenden Regionalzug. Vielleicht wäre ein ICE sauberer im Schnitt gewesen, meint sie Jahrzehnte später, die ihr niemand zugetraut hätte. Vielleicht wäre der ICE tödlicher für sie als Ganzes, zumindest aber präziser gewesen, was ihre vernarbten Beine, das vernarbte Becken und den künstlichen Darmausgang betrifft.

Das Cover zu ihrem Buch »Mein Weg in die Freiheit« könnte kaum persönlicher sein. Es wirkt wie der üble Scherz eines Grafikers, der seinen schwarzen Humor auch noch ernst meint. Dabei ist Silke Naun-Bates, die dort bis maximal zum Becken abwärts auf einer Kinderschaukel schwingt, so vollständig wie nur irgendwer. Eben anders.

Ihre Beine fehlen vor allem denjenigen, die ihr begegnen. Auf wundersame Weise hat die heutige Silke Naun-Bates schneller als ihre private Umwelt und alle behandelnden Ärzte erkannt, dass »das Normale« für jeden ein bedingungsloses Ja zu den jeweiligen Möglichkeiten bedeutet. Silke Naun-Bates hat dem Buch zufolge ihren Standard rechtzeitig angenommen. Ihre Eltern trennten sich, vielleicht belastet dadurch, dass sie jenes Bahngleis mit seinen Folgen für ihre entzückende Tochter nie akzeptieren konnten.

Ganz ehrlich: Ich bin auch nach Silke Naun-Bates' Lebensgeschichte froh, dass ich diese verdammten Schuhe zubinden muss, bevor ich mich joggend durch den Bopserwald in Stuttgart-Mitte quäle. So komme ich immerhin von A nach B. Aber das tut Silke Naun-Bates auch. Sie fährt sogar Auto, und das nicht nur in Krisen, die ihre Angehörigen mehr betreffen als sie selbst.

Alles normal also? Ganz sicher nicht. Silke Naun-Bates geht barhändig Wege, die sich die meisten von uns nicht einmal barfüßig zutrauen. Sie ist sowas von normal. Das Besondere an ihr ist das andere, mit dem sie das Normale erreicht und im nächsten Moment auf eigenen Händen sogar überschreitet.

Mitleid braucht die Autorin keins. Sie braucht nicht einmal, was ich am Ende der schreibenden Nahrungskette im Rezensenten-Kosmos maximal geben kann. Ich finde ihr Buch machbar, was die Schreiberei und den »Sternchen-Kult« betrifft. Auf der anderen Seite ist sie total »inkludiert«, mit all den schicksalhaften Andockstellen, die jeden betreffen können, der über seine Beine stolpert, danach noch beide hat und trotzdem nicht weiß, wo es lang geht.

Silke Naun-Bates geht »Meinen Weg in die Freiheit«. Ihre Beine sind, wo auch immer. Ihr Schicksal gestaltet sie mit den eigenen Händen. Das ist ungewöhnlich, sollte aber normal sein. – Lesenswert!



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